Sonnenstürze

Die Schulpsychologin hat mich genervt, Sätze habe ich vervollständigen sollen:

Ich wünsche mir … Spaghettieis. Was Abartigeres gibt es nicht.

Ich stelle mir oft vor … die Erde würde in die Sonne stürzen. Was sie eines Tages ja definitiv tun wird.

Was mich ärgert … na was wohl: das hier.

Manchmal … würde ich gerne länger schlafen. (Was ich nicht dazu geschrieben habe: Vor allem bei Papa, die stehen oft so früh auf und veranstalten einen Riesenwirbel beim Frühstück, weil: ausgiebig und gesund und sich Zeit nehmen und zelebrieren.)

Ich fühle mich oft … grundlos glücklich. (Zum Ausgleich.)

Andere in meinem Alter … gehen am Wochenende in Shopping-Center. (Da gibt es Leute, die machen nichts anderes. Andere dagegen sehen anderen beim Shooter-Spielen zu, doch, gibt’s auch. Ich bin mehr für Selberspielen.)

Wenn ich etwas gar nicht kann … da bin ich sprachlos. Ich kann alles, hab ich gedacht.

In der Schule … da bin ich jetzt besonders sprachlos.

Sport … Wort. Ort. Fort. Shortly.

Ich denke manchmal … nichts. Wirklich absolut gar nichts.

Ich leide … unter Schmerzen. (Also, falls ich welche habe.)

Dann sagt die Psychologin, ich soll die Tage auf einer Skala zwischen 0 und 10 bewerten, wie ein Erdbeben, wie kindisch. Ich natürlich nachgelesen, von 7,5 abwärts gilt man als depressiv. Bin doch nicht blöd und lass mir sowas diagnostizieren. Geb mir also 8 Punkte, eigentlich 9, sage ich zu ihr, aber ein Punkt Abzug wegen der Französischstunde. Diese Französin überschätzt ihr Fach hoffnungslos, aber das tun sie alle. Sollte ich hier nicht rumposaunen, nG

Datensalat, arbeitsungeeignet

Rot-weiß ist übrigens auch eine großartige Frühlingskombination, Sommervorgeschmack. Braucht man ein anderes Grün dazu, kein Stechpalmendunkelgrün vor roten Weihnachtsmützen mit winterweißem Schneerand, mehr ein frühlingsgrünes Frühlingsgrün. Ein leuchtend helles Gelbgrün, das sich in den Sommer rettet. Ich persönlich hasse den Winter, könnte man ersatzlos streichen, Winterschlaf wär auch nicht schlecht, oder von Oktober bis März nach Australien ziehen, das würde mir überhaupt am besten gefallen.

Hier das Ergebnis meines montäglichen Streetview-Streifzugs. Im Unterschied zu Google Earth frage ich die Leute vorher, ob sie fotografiert werden wollen, die meisten lachen und sagen ja, nicht zu fassen, wie einfach das ist. Sie fragen mich, warum ich mich für ihre Outfits interessiere, freuen sich, na klar. Ich freue mich ja auch, wenn sie mir gratulieren, zu meiner neuesten Kopfbedeckung zum Beispiel. Manchmal kommt man richtig ins Gespräch, wenn jemand so ganz schneesüchtig in Winterweiß und Beerenrot daherkommt etwa, bitte, ich lasse mich ja überzeugen

biancas_spaghettieis daswurmt.wordpress.com/tags/herrwurm

und sage höflich: Guten Tag, Herr Wurm!

Ich frage mich, warum Manipulation so eine miese Presse hat, ich glaube nämlich nicht, dass Manipulation für sich genommen schlecht ist. Mode ist nichts als Manipulation; durch Harzungen, Sport, Maniküre und chronisches Hungern können wir die Zugehörigkeit zur richtigen Gruppe sogar am nackten Körper noch beweisen. Und mit Tattoos natürlich. Und dann erwarten, dass alle diese Zeichen auch gesehen werden. Von uns selbst und anderen, das muss man verlangen dürfen, dass wir uns wenigstens selbst gefallen.

An meine lovely haters: Da hat jemand was abgesondert, was man als nicht geeignet für die Arbeit (nsfw) bezeichnen muss: Frauen kontrollieren, Männer lassen es einfach kommen. Was noch dazu falsch ist. Männer arbeiten genauso intensiv an ihrem Auftritt. Was für ein blöder Ausdruck übrigens, was soll überhaupt suitable for work sein an Blogeinträgen? Ich meine, normalerweise macht man zum Geldverdienen eher was anderes als Posts lesen und seinen Senf dazugeben, außer natürlich, genau das ist die Arbeit, kann ja vorkommen. Vor allem das Lesen. Das wird überhaupt der Wirtschaftszweig der Zukunft, wenn ich drüber nachdenke, alles, wofür man die Ausbildung noch braucht: Interpretieren, was die Scanprogramme täglich an frischem Datensalat auftischen. nG