Krankenhausgrün

Jetzt werde ich wirklich krank, hat sich Mama auch noch einen Krankenpfleger zugelegt.

Das hält man ja nicht aus. Zwei Krankenpfleger, zwei Kandidaten für die Ersatzvaterstelle. Wie lange das schon geht, frage ich sie. Also: Im Herbst, sagt Mama, als ich auf der Messe gewesen bin, hat sie ein paar Tage Urlaub gemacht, und da hat sich etwas entwickelt, aber sie hätte erst abwarten wollen, wie ernst das wäre, bevor sie mich damit konfrontieren wollte usw.. Und jetzt wäre es eben so weit, ob ich was dagegen hätte. Nein, natürlich nicht, sage ich, denke mir doch in meinem finstersten Winkel, dass mich nie irgendwer fragt und dass mich die Sache schließlich auch betrifft.

Das führt zu: #Krankenhausgrün. Lässt ja jede Haut bleich aussehen, nicht zum Aushalten. So als ob man schon einmal im Voraus das Leichenstadium ausprobieren sollte. Warum es dieser spezielle Ton sein muss, frage ich Mama: ob es da weniger auffällt, wenn man grün im Gesicht wird. Sie sagt, ich soll mit diesen blöden Scherzen aufhören. Hat was mit Absorption des Deckenlichts zu tun, glaubt sie, und außerdem muss die OP-Wäsche getrennt gewaschen werden. Ja, aber dann könnte man doch trotzdem einen fröhlicheren Farbton nehmen: Orange. Himmelblau. Sommerwiesenknatschgrün.

Da lobe ich mir die Paläobiologie, da braucht man keine Arbeitskittel und die untersuchten Lebewesen sind definitiv schon tot. Mein Museumsvater hat mich übrigens auch nicht gefragt, das muss ich zugeben. nG

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