Entwindung

Ich setze mich in das Café unter der Museumskuppel und frage mich mal wieder, warum die damals den Durchbruch so klein gemacht haben, das kreisförmige Loch in der Mitte, von dem aus man in die Eingangshalle sieht: verschenkte Gelegenheit, nimmt dem Raum die Wirkung. Manchmal treffe ich mich hier mit meinem Vater. Er lässt mich warten, ich sehe mir das komische Video mit Bianca an, und was sieht man drauf: den Raum, in dem ich jetzt sitze, so ein Zufall. Ich hätte es gern hier hochgeladen, aber der Zugang funktioniert nicht mehr, Server abgestürzt, Zugangsberechtigung expired, was weiß ich:

Wurmloch verstopft.

Ich kann es euch also nur beschreiben: Die Fläche leergeräumt, keine Caféhaustische mehr, das schwarzweiß eingelegte Muster des Fußbodens kommt endlich zur Geltung. In der Raummitte hängt eine riesige durchsichtige Kugel, wassergefüllt. Gefilmt wird von oben, von dem schmalen Vorsprung unter der Kuppel aus, dem Balkon, der um diesen Himmel herumführt und den man von unten nur erkennt, wenn man weiß, dass er existiert, doch ich weiß das schon lange. Die Person hinter der Kamera grüßt die Techniker, die am Aufhängungskabelwerk arbeiten. Ein Stimmengemurmel, das in die Höhe steigt. Was wird hier angebetet?

Zoom durch das Gitter auf dieses #HybridModel, Bianca, iBianca, an der ein paar Leute herumarbeiten. Nicht an den Hörnern, die hat sie schon, und die sind ziemlich komisch. Nein, die Haare werden ihr gemacht, eher ein Haarknäuel. Klar übrigens, dass jetzt die Achselhaare wieder kommen, hat ja sein müssen. Und ich glaube, der Haarkünstler beschwert sich, dass das hier lausige Arbeitsbedingungen sind und er keinen Platz hat.

Dann Chaos, und was dann passiert, glaubt ihr mir doch nicht, weiß auch nicht, wie man das nennen soll: Wurmauswurf. Entwindung. Hättet ihr sehen müssen. Dann rutscht die Kamera durch die Gitterstäbe, taumelt und knallt auf den Boden, ohne zu zerbrechen, wie es aussieht, das Auge zum Himmel. nG