die äußerste Welt

Frauen, sagt meine Mutter, sollten endlich aufhören, so krampfhaft ihr Bild kontrollieren zu wollen. Sure, Mama. Macht doch Spaß. Sie lacht nur, überhaupt ist sie sehr gut aufgelegt in letzter Zeit, wirst schon noch sehen, dass das irgendwann kein Spaß mehr ist. Mir doch egal: Kontrollieren wir jetzt einmal fröhlich unser Bild. Styling ist das ultimative Tool dafür. Ultimativ, wo das schon wieder herkommt: von den äußersten Grenzen der Wahrnehmung? Dem Rand der bekannten Welt? Und das ist kein Tellerrand, über den man blicken sollte. Man könnte runterfallen.

Auf dem Teller das Schlaraffenland, das Erdbeerland, Erdbeeren bis zum Abwinken, bis man Ausschläge kriegt, Erdbeeren mit Schlagobersbergen, und das zu Weihnachten, uns bleibt immer noch Spanien, sind ja auch die Weihnachtswichtelfarben, immer schön rot und weiß, Spitzbergen am Rand der bekannten Welt. Erdbeeren und Schlagobers sind füreinander rausgemendelt worden: der Gipfel der Evolution, der Mensch hat nur erfunden werden müssen, um das Fette von der Milch abzuschöpfen und irgendetwas zum Aufschäumen aufzutreiben, zur Erzeugung von Schneebergen, nein Sahnebergen selbstverständlich, um dieses ultimative Bild purer, frischer Schönheit zu erzeugen: rotglänzende Beerenstücke in einem Meer von weißem Schaum.

Und neben dem polarweißen Schaummeer ein Leuchtturm, in dem Leuchtturm ein Leuchtturmwärter inklusive Leuchtturmwärterkappe, und was für eine Kappe trägt ein Leuchtturmwärter am Ende der Welt? Keine Arbeiterkappe, keine revolutionäre, eine mit Flügeln und moosigen Fellhaaren auf der Innenseite vielleicht? Übrigens gibt es am Polarkreis keine Leuchttürme, wovor sollten die warnen? Jedem Eisberg sein eigener Leuchtturm? Vielleicht begrüßt er aber auch die Außerirdischen, die mit den extraterrestrischen Partikeln des Sonnensturms an den Polen des Erdmagnetfeldes hereinwehen. Ihr wisst schon, diese Teilchen, die auf youtube immer so schöne grüne Polarlichtschlieren ziehen, ein einziges komplementärfarbiges Erdbeersahnenachbild. In Wirklichkeit gar nicht so bunt. Alles photogeshopt, gephotoshopt. Wie sagt man? nG

2 Gedanken zu “die äußerste Welt

    • Ja, jetzt habe ich es: die Außerirdischen werden vom moosmützenbeflügelten Leuchtturmwärter am Schlagobersberg in einem Sahnemeer, wo die Erdbeeren jagen, zu einem herzhaft glühenden Polarlichtpunsch eingeladen. Das ist das schönste Ende der Welt, das ich mir denken kann. Die Moosmütze: unser Accessoire zum Weltenende, nächstens.

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